Juni 2006: Experten schätzen, dass jährlich zwischen 70.000 und 120.000 Menschen, davon ca 1/3 Minderjährige, 10% Männer und der Rest Frauen zur Prostitution nach Deutschland gebracht werden. In Österreich bewegen sich die Zahlen zwischen 10.000 und 15.000. Wie hochgradig organisiert die Hinterleute agieren, zeigt sich immer wieder dann, wenn der Polizei ein erfolgreicher Schlag gegen eine Ring gelingt. z.B. "Junge Frauen aus Litauen werden für 2-3 Tage eingeflogen, und anschließend nach Spanien ec. vermietet".

Der "Markt" ist rießig, die "Nachfrage" auch. Vielfach, etwa bei Drogen-, Menschen- und Organhandel, betreiben die Staaten eine Art "Angebotsbekämpfung": Die Zielländer setzen sich für strenge Gesetze und rigide Strafverfolgungen in den Herkunftsländern ein, blenden dabei allerdings aus, dass diese Länder in der Regel nicht über die dafür notwendigen rechtliche und polizeiliche Infrastruktur verfügen. Und in der moralischen Empörung über Menschenhändler wird vergessen, dass die verschleppten Personen in ihren Heimatländern keine Zukunftschancen haben und sich deshalb mehr oder minder freiwillig in die Hände von Schlepperbanden begeben.

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