Über das Geheimnis des weiblichen O.

Jede fünfte Frau hat Orgasmusprobleme. Ein neues Buch will nun helfen, im Leben echte Höhepunkte zu setzen. Der „kleine Tod" ist für viele Frauen noch immer ein großes Problem. Vor allem, weil Sie ihn kaum genießen dürfen. „Es fällt nach wie vor vielen Frauen sehr schwer, einen Orgasmus zu erreichen“, stellt eine aktuelle Studie der Weltgesundheitsorganisation ernüchternd fest. In konkreten Zahlen ausgedrückt, ergibt das folgenden Status quo: · Jede fünfte Frau weltweit - konkret 2o Prozent - kommt nur gelegentlich beim Sex tatsächlich zum Höhepunkt. · Jede zehnte Frau darf so gut wie nie bei der Liebe den ultimativen Gipfel der Lust erklimmen. · In Österreich stellt sich die Situation nicht wesentlich anders dar als im globalen Durchschnitt. Laut Sexualtherapeutin Gerti Senger leiden hierzulande 19 Prozent, also ebenfalls beinahe jede fünfte Frau, unter mehr oder minder häufigen Orgasmusproblemen. Die Auswirkungen dieses Lustverlustes auf die Libido sind dementsprechend heftig: jene Frauen, die kaum zum Höhepunkt kommen, haben im Durchschnitt etwa einmal wöchentlich Sex, jene, die nach eigenen Angaben unter keinerlei Problemen beim Gipfelsturm leiden, verkehren dagegen üppig anmutende zwei bis dreimal pro Woche.

· Die Ursachen der „Fehl Zündungen“ Gesundheitliche Gründe sind nur in den allerseltensten Fällen Ursache für die Orgasmusprobleme vieler Frauen. Vielmehr leidet das Gros der Betroffenen darunter, von ihrem Partner nicht richtig oder ausreichend stimuliert zu werden oder beim Sex mental nicht bei der Sache zu sein. "Die weibliche Libido ist vergleichbar mit einem scheuen Tier", meint dazu die Wiener Sexualpädagogin Karin Marsidouschek. "Sie meldet sich nur, wenn wirklich alle äußeren Umstände passen und zieht sich anders als beim Mann, der diesbezüglich wesentlich weniger störanfällig ist, bei der geringsten Irritation wieder zurück. Und störende Faktoren gibt es mehr als genug:

· Störfaktor Stress ist das größte Liebes Übel unserer Zeit.“Die berufliche Belastung lässt uns auch am Abend nicht zur Ruhe kommen", erklärt Marsidouschek.

· "Anstatt dann entspannen zu können, was die Grundvoraussetzung für guten Sex wäre, beschäftigen wir uns im Geist weiter mit unseren Alltagsproblemen."Kein Wunder, dass dann - wenn überhaupt der Versuch gemacht wird - erotischer Stillstand herrscht.

· Störfaktor Umwelt: wenn die Kinder im Nebenzimmer schlafen oder die Wände so dünn sind, dass man den Nachbarn schnarchen hört, kommt keine Lust zum "Sichgehenlassen" auf. Genau das aber ist die Voraussetzung für den Höhepunkt.

· Störfaktor falsches Vorspiel: lässt dann auch noch der Partner in der "Aufwärmphase“ aus und gestaltet schon den Auftakt des erotischen Tete a tete nach o8/15 Muster, ist es nur logisch, dass statt Lustgewinsel das Gähnen droht. So wird Ihr Sex besser.

Mit ihrem neuesten Buch "Der Super-Orgasmus: Höhepunkte zum Abheben." (Mosaik Verlag) ist jetzt die amerikanische Sexualberaterin Lou Paget angetreten, wie der neuen Schwung in die Betten zu bringen und vor allem die Orgasmusfähigkeit der Frauen anzukurbeln. "Orgasmusfähigkeit kann man lernen", sagt Paget. "Doch den meisten Frauen mangelt es an der nötigen Übung."

Die Lust Theorie.

Die Theorie sieht folgen dermaßen aus: Ist Frau sexuell erregt, strömt mehr Blut in den Unterleib, Vagina und Klitoris werden besser durchblutet, die Muskeln ziehen sich rhythmisch zusammen, und bei entsprechender Stimulation schüttet das Gehirn im Augenblick der höchsten Wonne einen speziellen Hormoncocktail aus, der das spezielle Wow! Gefühl erzeugt. Dieser Weg zum Gipfel dauert im Vergleich zum männlichen Höhepunkt wesentlich länger und ist meist auch beschwerlicher. Zwar kommen die meisten Frauen bis zur Plateauphase, der Endspurt zum Gipfel jedoch ist oft ein Problem. Paget: "Wir müssen zuerst herausfinden, wie wir unseren Körper zu behandeln haben, damit er uns einen Höhepunkt schenkt. Erst wenn man das weiß, hat man gleichsam sein Orgasmus Ticket in der Hand." Ihr Orgasmus Fahrplan. Die Sex Beraterinnen empfehlen Frauen einen speziellen "Fahrplan", um das Lustempfinden und die Orgasmusfähigkeit zu steigern:

1. Machen Sie Ihren Kopf frei. "Das Gehirn ist unser größtes und wichtigstes Sexualorgan", schreibt Paget ", wenn wir es andauernd mit Sorgen und Problemen belasten oder mit falschen Vorstellungen über unser Liebesleben überfrachten, kann es gar nicht wunschgemäß arbeiten. "Verabschieden Sie sich daher von allen diesbezüglichen Ideen, etwa wie guter Sex aussehen soll, oder wie oft man es machen muss oder dass Er eventuell von Ihrer Zellulitis abgetörnt werden könnte. Paget. "Es bringt nichts, Idealvorstellungen nachzueifern. Nur wer sich beim Sex auf sich selbst besinnt, hat guten Sex."

2. Learning by doing. Übung macht den Meister, auch in Sachen Erotik. Finden Sie im Alleingang oder mit dem Partner heraus, was Ihrem Körper gut tut. Setzen Sie dabei ein, was Ihnen Spaß macht (Hände, Mund, Zunge oder Sex Spielzeuge), und lassen Sie sich dabei nur von Ihren Empfindungen leiten. In München gibt Sexualtherapeutin Cornelia Werner sogar Kurse für Frauen, die so die Orgasmusfähigkeit ihres Körpers kennen lernen möchten. Ein Unterrichtspunkt ist etwa herauszufinden, worauf die Klitoris am besten reagiert.

3. Die beste Zeit finden. Ebenso wichtig ist es herauszufinden, wann Ihr Biorhythmus am besten auf Sex reagiert. Paget: "Wer glaubt, Sex müsse immer nur am Abend stattfinden, liegt falsch. Der weibliche Körper ist zum Beispiel morgens und am Nachmittag mindestens so empfänglich für Erotik Inputs wie am Abend." Auch an den Tagen um den Eisprung sind die Orgasmus Chancen wesentlich erhöht.

4. Experimentieren Sie. Jetzt ist es an der Zeit, die für Sie ideale Verkehrsposition herauszufinden. Paget: "Bitten Sie dazu Ihren Partner, beim Sex in den verschiedenen Stellungen Ihre erogenen Zonen zu stimulieren, und achten Sie auf die unterschiedlichen Signale Ihres Körpers."

5. Das „New England Journal of Medicine" etwa veröffentlichte eine Studie, die belegt, dass neun von zehn Frauen bei oraler Stimulation zum Höhepunkt kommen. Esoterische Beigabe: Auch der Vollmond soll günstig auf die weibliche Sexualität wirken und die Lust im Schnitt um 30 Prozent steigern. Für guten Sex gilt: „Der Weg ist das Ziel“ Sexualpädagogin Karin Marsidouschek über die richtige Tour d'Amour.

Der Orgasmus ist wichtig, sollte aber nicht das einzige Ziel im erotischen Infight sein, sagt die Wiener Sexualpädagogin Karin Marsidouschek. Woman: Warum sehen Sie im Höhepunkt nicht den unumstrittenen Gipfel der Lust? Marsidouschek: Der Orgasmus ist natürlich eminent wichtig für eine erfüllte Sexualität. Wogegen ich aber bin, ist diese Aufspaltung in Sextechnik auf der einen Seite und körperliches Befinden auf der anderen. Eine reife Sexualität zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie Liebesakt und Höhepunkt nicht bloß als Entspannungstechnik sieht, sondern zu einem ganzheitlichen Ereignis macht, an dem Körper, Geist und Seele gleicher ermaßen beteiligt sind. Woman: Wie wichtig ist die richtige Liebestechnik für eine erfüllte Sexualität? Marsidouschek. Die Formel lautet: 30 Prozent sind Technik, 70 Prozent machen die innere Einstellung, also Vertrauen, Zuneigung und Verständnis aus. Woman: Und wenn der 0. ausbleibt? Marsidouschek: Sollte es auch kein Problem sein. Der Orgasmus ist nur das Sahnehäubchen. Aber das Gericht schmeckt auch ohne Sahne sehr gut.

· Klitoris. Das einzige menschliche Organ, das nur der Lust dient. Mit 8.000 Nervenfasern top sensibel.

· G Punkt. Liegt an der Oberseite der Vagina, Ist schwer zu lokalisieren, kann Orgasmen auslösen.

· U-Punkt. Der Punkt, an dem die Harnröhre austritt, zwischen Klitoris und Scheideneingang.

· Anus: Die äußere Analregion ist von beinahe ebenso vielen Nerven durchzogen wie die Klitoris.

· Brustwarzen. Hochsensibel. Man nimmt an, dass eine nervliche Verbindung mit den Genitalien besteht.