Jungens wie Mädchen werden aus unterschiedlichen Gründen beschnitten. Weltnachrichten: Alle elf Sekunden wird ein Mädchen durch die sogenannte rituelle Beschneidung verstümmelt - ein traumatisches Erlebnis, an dem Überlebende ihr Leben lang leiden.Das und weitere Info finden Sie auf news.de

Gar nicht so selten endet so ein Eingriff tödlich, wie es am 2.2.2020 die Krone berichtet:

12 jährige starb bei Beschneidung

Kairo: Ein zwölfjähriges Mädchen ist in Ägypten an den Folgen der Genitalverstümmelung gestorben. Die Staatsanwaltschaft ließ den Arzt verhaften, der das Beschneidungsritual durchgeführt hatte.

Ausgenommen ist die medizinische Notwendigkeit: Die Bescheidung der Mädchen/ Frauen erfolgt bis heute, um Frauen zu demütigen, seelisch und körperlich zu verletzen, um das männlich dominierte Machtgefüge herzustellen bzw zu bestätigen. Eine Frau zu beschneiden gilt weltweit als verachtenswerte Art der Misshandlung.

Narben: oder Die Beschneidung der weiblichen Sexualität

 

Der Beschneidungsskandal

 

weitere Info u.a. zum Thema: Beschneidung

 

In 23 Staaten unserer Welt werden heute noch Mädchen und Frauen in den Genitalien beschnitten. (Stand Frühjahr 2004) Informationen zu weiblicher Genitalverstümmelung Die u.a. in afrikanischen Ländern praktizierte weibliche Genitalverstümmelung ist in Brutalität, Ausmaß und Folgen mit der männlichen Beschneidung nicht zu vergleichen. im Folgenden finden Sie einen Bericht von M. Hengstberger www.aktionregen.at unter dem Titel ... denn sie wissen nicht, was sie tun! Die Aufklärung über die Fakten und Folgen der Beschneidung wird ab nun auch in das Lehrprogramm unserer Regenschwestern in Afrika aufgenommen. Die Beschneidung der Frauen, auch weibliche Genitalverstümmelung genannt, ist ein besonders leidvolles Ritual, mit dem viele Entwicklungshelfer in Afrika konfrontiert werden. Gemäß dem Unicef Bericht 2007 müssen sich weltweit jährlich 3 Millionen Mädchen im Alter von 4 bis 12 Jahren einer Beschneidung unterziehen. Mit anderen Worten: Alle 15 Sekunden wird ein Mädchen z.B. in Afrika beschnitten. Die Beschneidungen werden im Kleinkindalter (70%), am Beginn der Pupertät (Initiationsritus) oder kurz vor der Heirat durchgeführt. Das Alter hängt vom ethnischen Ursprung oder von der Tradition des jeweiliegn Clans ab. Die Beschneidung ist ein kultureller Ritus mit lebenslangen Folgen wie Schmerzen beim Harnlassen, bei den Monatsblutungen und beim Geschlechtsverkehr. Sie ist eine psychische, sexuelle und psychologische Gewalt gegenüber Frauen vor allem afrikanischen Ursprungs. Durchgeführt wird sie vor allem in Afrika südlich der Sahara sowie in einigen Gegenden des nahes Ostens, im Jemen sowie in Indonesien und Malaysia (aber auch in den Industrienationen wie USA und Europa, wenn der Ursprung der Nachfahren jenen Ländern entstammt. Betroffenen in Europa wird geraten, sich an das Amt für Jugend und Familie/ Jugendamt, an Bezirks- und Familiengerichte und an Vereine zu diesem Thema sich zu wenden.) Es gibt verschiedene Formen der Genitalverstümmelung: Die Exzision besteht in der weitgehenden Entfernung des äußeren Teils der Klitoris und der kleinen Schamlippen. Die Infibulation besteht in der vollständigen Entfernung der Klitoris, der kleinen und großen Schamlippen. Die Scheide wird danach zugenäht und nur eine kleine Restöffnung für den Abgang des Urins und des Menstruationsblutes bleibt. Diese Eingriffe werden ohne Anästesie und/oder ohne antiseptischen Massnahmen mit verschiedensten Instrumenten (Scheren, Rasierklingen, Glasscherben, Skallpell) durchgeführt, wobei das Opfer von mehreren Frauen und Männern festgehalten wird. Unmittelbare Folge sind tödliche Blutungen und schwere Entzündungen; auch das Risiko einer HIV - Infektion ist sehr hoch. Langfristige Folgen sind bleibende gynäkologische Beschwerden und Geburtskomplikationen sowie Auswirkungen auf die psychosexuelle Gesundheit der betroffenen Frauen. Als Rechtfertigung für diesen Eingriff gilt ausschließlich das Gesetz der Tradition. Beschneidungen werden seit über 2000 Jahren durchgeführt und die Gründe dafür sind vielfältig. So wurde in der patriachalischen gesellschaft verlangt, dass die Frau für den Mann rein und verschlossen bewahrt bleiben muss, erst er hat das Recht sie zu öffnen. Exzisionen wurden auch durchgeführt um einer Masturbation vorzubeugen und bei manchen ethnischen Gruppen gelten nicht beschnittene Frauen als unästetisch. Aber vor allem steht hinter dieser Kultur die Macht des Rituals, das (vorerst) keine Änderungen zuläßt. Dazu kommt die Ungewissheit der Frauen bis hin zu dem Glauben, dass unbeschnittene Frauen keine Kinder bekommen können. Informationskampagnen sind wichtig, um Alternativen anzubieten und um zu Änderungen von Initationsriten zu führen. Aus meiner Perspektive als Frauenärztin habe ich mich mit diesem Thema eingehend auseinandergesetzt und versuche nun, in ehrfurcht vor der Kultur und der Tradition dieser menschen, tatkräftig zu helfen, um möglichst vielen Frauen und Mädchen dieses leid zu ersparen. Ich weiß, dass die Durchführung dieses Eingriffs auch für viele Beschneiderinnen eine "lebenslängliche Verurteilung" bedeutet. Meist müssen die Töchter von professionellen Beschneiderinnen den Beruf der Mutter ausführen, nicht weil es ihr eigenes Anliegen ist, sondern weil von dem geld, das sie damit verdienen, ganze Familien leben müssen. Da Beschneidungen vor allem dort durchgeführt werden, wo allgemein die Aufklärung zu wünschen übrig läßt, also besonders in den ländlichen Gebieten Afrikas, ist es naheliegend, das die Aktion Regen in ihrer Aufklärungskampagne über Familienplanung und Aids - Prophylaxe auch über die Fakten und Folgen der Beschneidung informiert. An einem Modell eines weiblichen Genitals kann die Regenschwester jeder Frau erklären, wie dieser Eingriff wirklich durchgeführt wird, welche Organ dabei abgetrennt, verletzt und vernäht werden und mit welchen Folgeerkrankungen eine Mutter für ihr Kind rechnen muss. Die mseisten Frauen wissen nicht, was bei diesem Eingriff passiert. Sie wissen, dass sie vorher unrein waren und dass alle Frauen in ihrem Dorf ( manchesmal 100%) beschnitten werden. Sie wissen, das sie dabei große Schmerzen erleiden müssen, aber über die wirkliche Durchführung und ihre Fogen wurden sie nie informiert. Einfache Frauen haben zu ihren Geschlechtsorganen keine Beziehung. Sie haben sich meist nicht anders kennen- und fühlen gelernt, als als beschnittene Frau, die gerade diese Region ihres Körpers ablehnt. Sie haben gro´ße Schmerzen durchgemacht, sie haben chronische Schmerzen beim urinieren, bei der Menstruation und besonders beim geschlechtsverkehr. Auch das Erlebnis Geburt ist absolut negativ besetzt und wenn das Kind ein Mädchen ist, ist das mütterliche Mitleid größer als die Freude. Große Aufklärungskampagnen zu diesem Thema wurden vor allem in Burkina Faso durchgeführt, wo die Frauenbeschneidung unter Strafe steht. Aber das Gesetz allein genügt nicht. Die Menschen müssen überzeugt werden. Am wichtigsten ist es dabei, die Clan - Chefs zu überzeugen, die wirkliche Macht im Volk haben und oft mehr Autorität als religiöse Führer. Es muss erklärt werden, warum ein alter Brauch plötzlich strafbar ist. Die Argumente gegen die Beschneidung müssen daher so einfach als möglich sein, etwas das auch unbeschnittene Frauen heiraten und Kinder gebären können. Was wirklich zählt, ist der gesundheitliche Aspekt und der wird von den regenschwestern besonders angesprochen, denn kranke Frauen sind für jede Familie ein großes Unglück. Die Regenschwestern müssen Verständnis aufbringen für die Tradition ihrer schwarzen mitschwestern, aber sie müssen auch gleichzeitig zu mehr Selbstbewußtsein führen, das ihnen die Kraft für eine eigene Entscheidung gibt. Dies ist meist nur dann möglich, wenn es ihnen gelingt, ganze Sippen von der Barbarei und den gesundheitlichen Folgen der Beschneidung zu überzeugen. Der Journalist Boubacar Traore schreibt über die Schwierigkeiten dieser Aufgabe:" Wie soll man einer alten Beschneiderin aus Mali, die ihr Handwerk bei ihrer Mutter gelernt hat und diese wiederum bei ihrer Mutter, erklären, dass diese Tätigkeiten heute ein Verbrechen ist?

 

Es gibt Praktiken, die aus unserer westlichen Perspektive barbarisch erscheinen mögen, an anderen orten aber ein ganz alltägliches Ritual sind. Es handelt sich nur um eine kulturelle Frage. Umgekehrt werden Sie wohl mehr als einen Afrikaner finden, der sich darüber aufregt, dass viele westliche Menschen ohne Gewissensbisse die eigenen alten Eltern in ein Altersheim verbannen."

Eines steht fest: je mehr Frauen keine Beschneidung mehr durchführen lassen, desto eher wird die Beschneidung aus dem kulturellen Gedankengut verdrängt werden. Auch die Aktion Regen wird hier mithelfen und Lösungsvorschläge ausarbeiten. Als erste Initiative wird die Aktion Regen noch junge Beschneiderinnen oder den Töchtern dieser Frauen die Möglichkeit zur Umschulung als Regenschwester ermöglichen. Dies ist nicht nur eine große finanzielle Hilfe für die Familie der Beschneiderin, sondern auch gleichsam eine Garantie, dass diese "Frauenspezialistinnen", sie vom Volk als solche anerkannt werden, eine besonders sinnvolle Aufklärungsarbeit in der Familienplanung und Aidsvorsorge leisten. Sie können lehren Diaphragma einzuführen oder sie können das Wissen über Familienplanung mit der Geburtenkontrollkette über fruchtbare und unfruchtbare Tage auch in Gegenden bringen, zu denen die Verhütungsprogramme der Regierung keinen Zugang haben. Wer die Weiten Afrikas kennt, weiß, das Aufklärungsprojekte von Mensch zu Mensch sehr langsam, teuer und mühevoll vorangehen.

Aber gerade in unserer Zeit hätten wir ein Medium zur Verfügung, das Wissen und Bewusstsein in jeden kleinsten Winkel der Erde bringen kann: der Film. In jedem Dorf gibt es Fernseher, DVD Player, kleine Kinos, Strom wird angezapft, Antennen werden gebastelt...aber die Macht dieses Mediums wird bisher vorwiegend im negativen Sinn genützt.

Das Überangebot an Filmen, die Menschen negativ beeinflussen, ist groß. Die ständige Überflutung mit Bildern von Gewalt, Drogenkonsum und Brutalität führt in eine negative welt, in der Kriege und Hass dominieren.

Auch postive Filme können spannend sein und werden in ihrem Sinn die Denkweisen der Zuseher beeinflussen. So viel Wissen könnte man unterschwellig mit Filmen dieser Art transportieren. Die SchauspielerInnen könnten für die Jugend zum Vorbild werden. Dann wird es "cool" sein als engagierte Regenschwester im Busch zu arbeiten, es wird "cool" sein, das Geheimnis der fruchtbaren Tage zu kennen und es wird "megacool" sein sich durch Wissen und Konsequenz erfolgreich gegen AIDS zu schützen. Die Beinflussung der Menschen durch diese Medien ist so stark, dass man sich fragt, warum sie von Helfern nicht mehr genützt wird. In diesem Sinne habe ich das Konzept für ein Drehbuch geschrieben und bin nun um Förderungen bemüht und mit Filmproduzenten im Gespräch. Ich bin überrascht, wie viele Menschen von dieser Idee begeistert sind und ich hoffe in aller Bescheidenheit, dass sie bald aus meinem Drehbuch ihren großen Film machen.

 

Der Text wurde entnommen der Zeitschrift Heft 25/2008 der Aktion Regen, Webseite aktionregen.at

Weltweit sind ca. 130 Millionen Frauen beschnitten. Jährlich kommen schätzungsweise 2 Millionen Frauen hinzu. Das heißt, tagtäglich werden ungefähr 6000 Mädchen und Frauen beschnitten.

 

frauenrechte.de:

Websites des Menschenrechte für die Frau e.V. “... Seit der Gründung von TERRE DES FEMMES 1981 engagieren sich Vereinsmitglieder gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Die Frauen organisierten Seminare, luden Gäste aus Afrika ein und unterstützten dort erste Projekte. Hierbei setzte sich TERRE DES FEMMES immer wieder dem Vorwurf des Rassismus und der Einmischung in fremde Kulturen aus. Von solchen Anschuldigungen haben wir uns jedoch immer distanziert, denn die Würde der Frau differiert nicht von Kulturkreis zu Kulturkreis oder von Land zu Land. Menschenrechte gelten für alle Frauen in der ganzen Welt, unabhängig davon, wo sie leben. ...”

bmz.de Informationen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. “... Weibliche Genitalverstümmelung - international unter dem Begriff "Female Genital Mutilation (FGM)" bekannt geworden - ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen operativer Eingriffe an den äußeren weiblichen Genitalien. Alle Formen von weiblicher Genitalverstümmelung sind irreversibel und können zu unterschiedlichen, sowohl unmittelbaren als auch langfristigen psychischen und körperlichen Komplikationen führen. Afrikanische Aktivisten und Nicht-Regierungsorganisationen sowie internationale Organisationen und Deklarationen verurteilen die weibliche Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung, als Verstoß gegen die Rechte des Kindes und das Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit und setzen sich aktiv für ihre Überwindung ein. ...”

.epo.de: Die Situation in Guinea. “... In Guinea ist die weibliche Beschneidung seit 1965 offiziell verboten und wird mit der Todesstrafe bedroht. Eine radikale Gesetzgebung - weitgehend unbekannt und wirkungslos: Nach offiziellen Studien von 1999 sind 98,6% aller guineischen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. Seit 1998 versucht die Regierung, insbesondere das Frauenministerium, in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und mit internationaler Hilfe den tiefverwurzelten Traditionen und sozialen Verankerungen dieses Phänomens und seiner schädlichen Auswirkungen zu begegnen. ...”

Pharaonische Beschneidung: große und kleine Schamlippen und die Klitoris werden entfernt.

Aktion gegen Beschneidung von Mädchen & Frauen

 

Waris Dirie: Wuestenblume, Wüstenblume , Fleur Du Desert: DU DESERT DE SOMALIE A L'UNIVERS DES TOP MODELS (Documents)

 

Mit dem Bestseller "Wüstenblume" löste die Somalierin Waris Dirie bereits 1997 einen Boom aus. Weil die Zeit reif war, gegannen Menschen in aller Welt sich für Frauenschicksale zu interessieren. Diries Bücher etwa wurden in 51 Sprachen übersetzt und bisher sensationelle elf Millionen Mal verkauft. "Aufgrund meines Buches "Wüstenblume" bin ich UNO - Sonderbotschafterin geworden. Seither haben 14 von 48 Staaten, in denen Beschneidungen per Gesetz erlaubt war, nun Gesetze dagegen erlassen. Bis die Gesellschaft nachzieht, und wirklich keine Beschneidungen mehr durchführt, werden noch Jahrzehnte ins Land gehen - das bin ich mir bewußt. "Feldzug gegen ein Tabu" Rausdorf (ots) - "Feldzug gegen ein Tabu" heißt der Film, der am 6. Februar um 21:25 h auf ARTE zu sehen sein wird. Er zeigt den Weg von Rüdiger Nehbergs Menschenrechtsorganisation TARGET gegen das "größte Verbrechen aller Zeiten", die Weibliche Genitalverstümmelung. Auf Nehbergs Initiative hin fand im November 2006 in der Azhar-Universität zu Kairo eine Gelehrten-Konferenz mit den höchsten Autoritäten des sunnitischen Islam statt. Das sensationelle Ergebnis: "Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Verbrechen, das gegen höchste Werte des Islam verstößt." Damit ist es für Muslime eine Sünde. Seit 5000 Jahren werden jungen Mädchen mit aberwitzigen Begründungen die sexuellen Gefühle, oft sogar der gesamte Genitalbereich zerstört. Brutal, ohne Betäubung. Viele sterben bei den Operationen. Täglich kommen 8000 Opfer hinzu. "Wenn man die Zahl der Opfer hochrechnet, sind es zehn Milliarden. Das ist ungefähr zweimal die gesamte Weltbevölkerung. "Von Anfang an war es Nehbergs Vision, die Kraft des Islam dagegen zu aktivieren. Denn die meisten Opfer sind Musliminnen. Als niemand ihm eine Chance gab, gründete er mit seiner Lebenspartnerin Annette Weber kurzerhand seinen eigenen Verein TARGET und rief eine "Pro-Islamische Allianz gegen Weibliche Genitalverstümmelung" ins Leben. Mit überraschenden Erfolgen. Das Resultat aus der Azhar, dem "Mekka der Gelehrten", ist ein Novum in der Religionsgeschichte. Nehberg: "Nun gilt es, die Botschaft in sämtliche Moscheen zu tragen. Das werden wir in diesem Jahr beginnen." Die 60minütige Doku (2006) am "Internationalen Tag gegen Weibliche Genitalverstümmelung" zeigt diesen interessanten Weg erstmalig im Fernsehen.

ots Originaltext: TARGET Rüdiger Nehberg

Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.ch

aktuelle Info siehe target-nehberg.de